Alle bisher bekannten Förderinstrumente im Überblick

Mit NEUSTART KULTUR hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Gefördert werden unter anderem pandemiebedingte Investitionen und Projekte verschiedener Kultursparten. Hier geht’s zu allen (nicht nur darstellende Künste betreffenden) Fördermaßnahmen

Die bisher bekannten Förderinstrumente im Bereich Darstellende Künste haben wir hier für Euch zusammengefasst:

» #takecare // Fonds Darstellende Künste 

» richtet sich an bundesweit bemerkenswerte frei produzierende darstellende Künstler*innen und hat die künstlerische Weiterentwicklung in der gegenwärtigen Situation zum Ziel. Hervorgehoben werden inhaltlich-explorative Vorhaben, wie Recherchen zur Generierung von Inhalten und zukünftige Konzeptentwicklungen sowie alle Tätigkeiten, die auf die Stabilisierung der künstlerischen Aktivitäten ausgerichtet sind. Die Vorhaben können aus allen Bereichen der Darstellenden Künste kommen und müssen in Form eines Sachberichtes dokumentiert werden

» Die stipendienartige Förderung in Höhe von bis zu 5.000€ wird an Einzelkünstler*innen vergeben. Langjährig kollektiv arbeitende Künstler*innengruppen können ihre Anträge für bis zu fünfantragstellende Personen zum selben Vorhaben gebündelt stellen

» Antragsteller*innen müssen in den letzten drei Jahren nachweislich in maßgeblichen künstlerischen Positionen in mit Landes-oder Bundesmitteln geförderten Projekten der Darstellenden Künste mitgewirkt haben oder alternativ ihre bundesländerübergreifende Gastspiel- oder Produktionstätigkeit im selbstbeauftragten künstlerischen Schaffen belegen. (Anmerkung: die Wiederaufnahm- und Gastspielförderung gilt als mittelbare Landesförderung) Das Vorhaben muss von einer*m Künstler*in (oder bei Bündelung der Anträge von einem Künstlerischen Team)verantwortet, getragen und innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten durchgeführt werden.

» Fristen: 01.09.2020, 01.11.2020 und 01.02.2021

 

» TANZFÖRDERUNG

DIS-TANZEN // Dachverband Tanz

» DIS-TANZEN-SOLO – Förderprogramm für soloselbständige Tanzschaffende

Wer kann beantragen?
Choreograf*innen, Tänzer*innen, Dramaturg*innen, Produzent*innen, Kurator*innen, Techniker*innen, Tanzvermittler*innen und alle, die an künstlerischen Prozessen professionell beteiligt sind und Ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Was kann beantragt werden?
Gegenstand der Förderung sind Honorare für Vorhaben, die Tanzschaffenden zugutekommen, die z.B. das eigene Werk dokumentieren, archivieren (u.a. Requisiten, Bühnenbilder, Programmhefte, Videos, etc.), eigene Arbeits-Methoden reflektieren, Wissen erweitern, neue Felder ausprobieren und neue Methoden oder Theorien kennen- bzw. erlernen.

Welche Summen können beantragt werden?
Mind. 4.500€ und max. 13.500€ für mind. 3 bis max. 9 Monate.

Ist eine Kofinanzierung Voraussetzung?
Für das DIS-TANZ-SOLO wird keine Kofinanzierung vorausgesetzt.

Wann ist Bewerbungsschluss?
Erste Antragsfrist ist 24. August 2020, zwei weitere Antragsfristen sind geplant und werden in Kürze bekannt gegeben.

Für welchen Zeitraum kann beantragt werden?
Ab 1. Oktober 2020 bis 31. August 2021.

Wann und wo kann ich mich beraten lassen?
Ab dem 4. August 2020 von Di bis Fr von 10:00 bis 15:00 Uhr unter Tel +49 (0)30-58 63 75 00, dis-tanzen@dachverband-tanz.de

 

» DIS-TANZEN-IMPULS – Impulsförderung Tanzpädagogik für Tanzschulen und Tanzpädagogik in kulturellen Einrichtungen

Wer kann beantragen?
Antragsberechtigt sind Tanzschulen und kulturelle Einrichtungen für den Bereich der Tanzpädagogik, juristische und natürliche Personen.

Was kann beantragt werden?
Gegenstand der Impulsförderung sind Projekte, die eine Neuausrichtung und zukunftsorientierte Umstrukturierung von Tanzschulen oder kulturellen Einrichtungen für tanzpädagogische Angebote beinhalten. Gefördert werden Investitionen und Anschaffungen, Personal- und Honorarkosten sowie Werbungskosten, die es ermöglichen, den Wiederbeginn des Betriebs zu unterstützen, die Programme zu stabilisieren und neue Strategien für die Zukunft zu entwickeln.

Welche Summen können beantragt werden?
I.d.R. mind. 10.000€ bis max. 20.000€.

Ist eine Kofinanzierung Voraussetzung?
In der Regel muss für diese Impulsförderung eine Kofinanzierung von 10% in Form zweckgebundener Drittmittel, Eigenmittel oder Personalkosten – sofern sie der Maßnahme in nachvollziehbarer Weise zuzuordnen sind – eingebracht werden.

Wann ist Bewerbungsschluss?
Erste Antragsfrist ist am 7. September 2020. Die zweite Antragsfrist wird in Kürze bekannt gegeben.

Für welchen Zeitraum kann beantragt werden?
Ab 15. Oktober 2020 bis 31. August 2021.

Wann und wo kann ich mich beraten lassen?
Ab dem 4. August 2020 von Di bis Fr von 10:00 bis 15:00 Uhr unter Tel +49 (0)30-58 63 67 15, dis-tanzen@dachverband-tanz.de

 

» Tanzpakt:reconnect // Diehl+Ritter

» TANZPAKT RECONNECT will in Referenz zu den Kriterien und Förderschwerpunkten von TANZPAKT Stadt-Land-Bund mit erleichterten Antragsvoraussetzungen den Tanz und dadurch die kulturelle Vielfalt in Deutschland fördern und richtet sich u.a. an etablierte professionelle Künstler*innen, Ensembles, Produktionsorte und Spielstätten der deutschen Tanzszene. TANZPAKT RECONNECT versteht sich als Förderfonds, der Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Strukturen für professionelles Arbeiten im Tanz unterstützt.
Wesentlich für die Förderung ist die überzeugende Darstellung der Angemessenheit, Notwendigkeit und Wirksamkeit der eingereichten Maßnahmen. Die kulturpolitische Begleitung erfolgt durch den Dachverband Tanz Deutschland.

Wer kann beantragen?
Professionelle etablierte Künstler*innen, Ensembles, Kollektive, Produktionszentren, Spielstätten, Festivals mit nationaler/internationaler Sichtbarkeit, Archive, Produktionsbüros und Tanznetzwerke.

Was kann beantragt werden?
Z.B. Maßnahmen zur Verstärkung der Personalstruktur, Verbesserung der Produktions- und Trainingsbedingungen, Entwicklung neuer Programm- und Vermittlungsformate, Anmietung von Proben- und Büroräumen, Ausstattung von Räumen, Technikanschaffungen und Ausgaben für Marketing, Ausbau von Managementstrukturen sowie die Ausweitung von internationalen Kooperationen.

Welche Summen können beantragt werden?
50.000 – 250.000 € pro Maßnahme

Ist eine Eigenleistung Voraussetzung?
Es müssen mindestens 10% Eigen- bzw. Drittmittel eingebracht werden. Die Eigenleistung kann durch zweckgebundene Zuwendungen Dritter, Eigenmittel sowie unbare Leistungen und Personalkosten (maximal 10.000 €), sofern sie in nachvollziehbarer Weise der Maßnahme zuzuordnen sind, erbracht werden.

Wann ist Bewerbungsschluss?
15. September 2020

Für welchen Zeitraum kann beantragt werden?
1. November 2020 bis 31. Oktober 2021

Wann und wo kann ich mich beraten lassen?
Mo-Do, 10-14 Uhr unter 030-818282-34 / -33; reconnect@diehl-ritter.de

 

» NPN-Stepping OUT // jointadventures

» Mit dem Modul NPN-STEPPING OUT im Rahmen des NATIONALEN PERFORMANCE NETZ sollen nicht-theatrale, analoge, mediale und digitale öffentlichen Räume, sowie noch neu zu denkende oder zu erfindende performative Szenenflächen und Aktionsfelder für den Tanz (neu) erschlossen werden, um die durch die Corona-Pandemie eingeschränkten Präsentationswege für den Tanz zu erweitern und damit künstlerische Praxis und Beschäftigung wieder zu ermöglichen. Als mögliche Forschungsrichtungen dienen die Begriffe der „Liveness“ und der „Interaktion“, die genuin die Kunstform Tanz bestimmen und ihre Realisierung wie Befragung im analogen, medialen und digitalen Raum.

»Antragsberechtigt sind Einzelkünstler*innen, Tanzdozent*innen, Tanzensembles, Kollektive, Produktionszentren, Spielstätten, Festivals, Produktionsbüros und Tanznetzwerke, natürliche und juristische Personen mit Sitz bzw. Wohnsitz (bei natürlichen Personen) in Deutschland, die mit weniger als 50% öffentlichen Mitteln kontinuierlich gefördert werden.

Das Projekt/ Format/ die konzeptionelle Planung wird im Wesentlichen in Deutschland erarbeitet/ realisiert. Das Projekt/ Format/ die konzeptionelle Planung kann einem der vier Förderbereiche zugeordnet werden.

Es müssen mindestens 10% Eigenanteil- bzw. Drittmittel eingebracht werden. In begründeten Ausnahmefällen kann hiervon abgewichen werden. Der Eigenanteil kann durch zweckgebundene Zuwendungen Dritter, Eigenmittel sowie unbare Leistungen und Personalkosten erbracht werden, sofern sie in nachvollziehbarer Weise der Maßnahme zuzuordnen sind.

» Förderzeitraum: Das Projekt/ Format/ die konzeptionelle Planung darf ihren/seinen Projektbeginn erst nach Abschluss des Zuwendungsvertrags haben, frühestens jedoch am 30.07.2020 (Antrag auf vorzeitigen Maßnahmebeginn nötig!). Das Projekt/ Format/ die konzeptionelle Planung muss bis spätestens 31.10.2021 abgeschlossen sein.

Förderbereich 1: Planung und Realisierung künstlerischer Einzelprojekte, die temporäre Präsentationsräume erschließen (öffentlich): performative choreografische Praktiken (z.B. Performances, performative Workshopkonzepte oder ähnliche Projekte) werden in Räumen wie z.B. Museen, Parks, Parkhäusern, auf öffentlichen Plätzen, Fassaden usw. realisiert (unter Einhaltung der zum jeweiligen Zeitpunkt am Realisierungsort geltenden Sicherheitsbestimmungen)

Förderbereich 2: Künstlerische Projekte, die neue Aufnahme-, Projektions- und Distributionswege untersuchen (öffentlich und nicht-öffentlich): z.B. Einsatz von 360° Kameras, Überwachungstechnologien, Drohnen, Virtual Reality/ Augmented Reality Technologien, Public Screenings, Radio, Kino u.a.

Förderbereich 3: Vermittlungsprogramme, webbasierte Seminare oder ähnliche Diskursformate (öffentlich und nicht-öffentlich)

Förderbereich 4: Konzeptionelle Planung von Projekten, die zu einem späteren Zeitpunkt im analogen, medialen oder digitalen öffentlichen Raum realisiert werden sollen (Konzeptionelle Planungsförderung, nicht-öffentlich)

Frist: > 10. August 2020 (1. Vergabe) > 15. September 2020 (2. Vergabe)

 

» DIVE IN – Programm für digitale Interaktionen // Kulturstiftung des Bundes

Das Programm richtet sich an gegenwartsorientierte Kulturinstitutionen aller künstlerischen Sparten sowie an Gedenkstätten, Bibliotheken, Soziokulturelle Zentren, Archive mit Archivgut in künstlerischen Sparten und an Festivals. Es möchte diesen Institutionen ermöglichen, bis Ende des kommenden Jahres innovative Ideen und Vorhaben des digitalen Austauschs umzusetzen, Formate zur Ansprache eines neuen Publikums zu erproben, mit neuen digitalen Anwendungen zu experimentieren und vorhandene Angebote weiterzuentwickeln. Auch will die Kulturstiftung des Bundes sie mit dem Programm dive in darin unterstützen, analoge und digitale Formate miteinander zu verbinden, um neue Zugänge zu künstlerischen Produktionen sowie vielfältige Formen der Interaktion mit dem Publikum und Teilhabe für Nutzer zu ermöglichen.

Programmbegleitend veranstaltet die Kulturstiftung des Bundes Ideenwerkstätten sowie Workshops zum bundesweiten Wissenstransfer, um die interdisziplinäre Entwicklung digitaler Konzepte sowie deren Umsetzung in den Kulturinstitutionen zu flankieren.

Was wird gefördert?

Das Programm fördert die Entwicklung und Umsetzung von digitalen Projekten und Formaten, die Kulturinstitutionen neue Wege des Austauschs und der Interaktion mit ihrem Publikum ermöglichen. Die digitalen Vorhaben wie etwa Games, Virtual Reality- und Augmented Reality-Anwendungen, Motion Capture sowie Apps, interaktive Webseiten, Plattformen, Citizen Science Projekte oder KI müssen neue Formen der Wissensvermittlung und künstlerischen Auseinandersetzung, der spielerischen Aneignung oder der Partizipation mit Besucherinnen und Besuchern erproben. Gefördert werden zudem eigenständige digitale Projekte und Prototypen, die auf bereits bestehende Anwendungen der Kulturinstitutionen aufsetzen und diese mit neuen Features weiterentwickeln. Alle Projekte müssen bis zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen sein.

Für die Vorhaben können Fördermittel in Höhe von bis zu 200.000 Euro beantragt werden, wobei die Mindestfördersumme 50.000 Euro beträgt. Die Projekte müssen eine durch Eigen- und/oder Drittmittel gesicherte Finanzierung von 10% an den Gesamtkosten erbringen.

Antragsfrist: 30. September 2020